Wie viel Offenheit darf man als Führungskraft eigentlich erwarten?

Seit Michelle als Büroleiterin intern noch stärker als Ansprechpartnerin fungiert, haben wir die Mitarbeiterbetreuung weiter intensiviert.
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Unser Team ist uns wichtig. Sehr wichtig sogar.

Seit Michelle als Büroleiterin intern noch stärker als Ansprechpartnerin fungiert, haben wir die Mitarbeiterbetreuung weiter intensiviert.

Sie hat ein gutes Gespür dafür, wenn sich etwas verändert, sucht aktiv das Gespräch und schafft Raum für Themen, die nicht immer nur mit dem Job zu tun haben.

Trotzdem erleben wir Situationen, die uns nachdenklich machen.

Eine Mitarbeiterin aus unserem zehnköpfigen Büroteam kam an ihrem letzten Urlaubstag ins Büro, legte ihre Kündigung auf den Tisch und war weg.

Ohne vorheriges Gespräch.

Ohne Hinweis darauf, dass sie unzufrieden ist.

Ohne dass wir die Chance hatten, etwas zu verstehen oder vielleicht zu verändern.

Genau das beschäftigt uns.

Denn wir haben aus unserer Sicht viele Möglichkeiten geschaffen, um offen miteinander zu sprechen.

Einmal im Jahr führen wir ausführliche Personalgespräche. Dabei schauen wir gemeinsam auf das vergangene Jahr, sprechen über gute Entwicklungen, kritische Punkte, Aufgaben, Erwartungen, finanzielle Themen und Veränderungen im Unternehmen.

Auch darüber hinaus versuchen wir, individuell auf unsere Mitarbeitenden einzugehen.

Die einen brauchen mehr Austausch, die anderen melden sich erst, wenn wirklich etwas drückt. Beides ist in Ordnung, solange Kommunikation überhaupt stattfindet.

Zusätzlich nutzen wir einmal im Jahr ein externes Coaching mit der SAP, um Dynamiken im Team zu reflektieren und kleine Stellschrauben frühzeitig zu erkennen.

Wir bieten also viele Plattformen für ehrliches Feedback.

Und trotzdem bleibt eine bittere Erkenntnis.

Man kann Gespräche anbieten.

Man kann zuhören.

Man kann aufmerksam sein.

Aber man kann niemanden dazu zwingen, sich mitzuteilen.

Für mich als Mensch, der sehr viel Wert auf Offenheit und Ehrlichkeit legt, ist genau das manchmal schwer auszuhalten.

Denn Führung funktioniert für uns nicht als Einbahnstraße.

Wir möchten wissen, wenn etwas nicht passt. Nicht erst dann, wenn die Entscheidung längst gefallen ist.

Vielleicht ist genau das eine der größten Herausforderungen guter Führung.

Rahmen für Offenheit zu schaffen und gleichzeitig zu akzeptieren, dass nicht jeder ihn nutzt.

Wie sehen Sie das?

Was dürfen Führungskräfte an Offenheit erwarten und wo beginnt die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden?