Wie stark müssen wir eigentlich immer sein?

Ich kenne viele starke Unternehmerinnen. Frauen, die entscheiden. Verantwortung übernehmen. Probleme lösen. Teams führen. Und oft auch dann weitermachen, wenn es eigentlich zu viel ist.

Ich kenne viele starke Unternehmerinnen.

Frauen, die entscheiden.
Verantwortung übernehmen.
Probleme lösen.
Teams führen.

Und oft auch dann weitermachen, wenn es eigentlich zu viel ist.

Ich zähle mich selbst dazu.

Aber in letzter Zeit beschäftigt mich eine andere Frage:

Wir stark müssen wir eigentlich immer sein?

Vor kurzem sagte eine Geschäftspartnerin zu mir:

„Du bekommst nur die Aufgaben, die du auch bewältigen kannst.“

Ein schöner Gedanke.

Gleichzeitig einer, bei dem ich inzwischen denke:

Aber darf ich auch sagen, dass ich gerade keine weitere Aufgabe mehr tragen möchte?

Genau das fällt mir schwer.

Weil ich mich verantwortlich fühle.

Weil ich Lösungen möchte.
Am liebsten sofort.
Nicht morgen.
Nicht nächste Woche.

Eigentlich lieber gestern.

Genau dadurch halte ich mich selbst ständig unter Strom.

Loslassen.
Geduldig sein.
Nicht alles kontrollieren wollen.

Das sind für mich gerade keine kleinen Themen.

Das sind echte Aufgaben.

Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen, mich etwas zurückzunehmen und mein Leben ruhiger anzugehen.

Das ist mir nicht besonders gut gelungen.

Das Jahr ist an mir vorbeigerannt.

Obwohl ich beruflich vieles erreicht, entschieden und bewegt habe, fühlt sich genau das für mich gerade nicht nach Erfolg an, denn am Ende des Tages führe ich nicht nur Unternehmen.

Ich muss auch mich selbst führen.

Genau da bin ich wahrscheinlich meine größte Herausforderung.

Im kommenden Jahr wird sich für mich einiges verändern.

Vielleicht ist genau deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, nicht nur über Ziele, Wachstum und Verantwortung nachzudenken, sondern auch darüber, wie ich mich selbst dabei nicht verliere.

Ich möchte wieder zufriedener mit mir sein.

Nicht stärker.
Nicht schneller.
Nicht noch belastbarer.

Einfach zufriedener.

Denn eigentlich muss ich niemandem mehr etwas beweisen.

Die spannende Frage ist nur:

Glaube ich das selbst auch schon?